Walle und Bildung — das ist eine ganz spezielle Thematik
Die Geschichte der Bremer Bildungspolitik ist eng verknüpft mit den Schulstandorten in Walle. Hier haben Reformpädagogen wie Scharrelmann frühe Modelle einer fortschrittlichen Schulbildung initiiert. Das Fordern von stärkeren und das Fördern von leistungsschwächeren SchülerInnen ist hier lange vor der Erfindung dieser Begriffe zum Leitmotiv erhoben worden; Koedukation - die gemeinsame Schulform für Jungen und Mädchen - hat einen ihrer Ursprünge in Walle. Selbst das totalitäre System des Dritten Reiches konnte diese Reformbemühungen nur unterbrechen, aber nicht beenden - auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieb Walle ein Ort für zukunftsorientierte Schulbildung. Laufbahnübergreifende Kooperationen gehörten schon früh zum Standardprogramm der Waller Schullandschaft, in dem bislang
- die Grundschulen Melanchthonstraße,
Nordstraße und Pulverberg - das SZ Waller Ring sowie die Oberschule an der Helgolander Straße
- die Gesamtschule West
- sowie das Förderzentrum
sich den stark veränderten Herausforderungen eines zeitgemäßen Unterrichts stellen und Unterrrichtsstoff vermitteln.
Die vieldiskutierten Ergebnisse der PISA-Studie haben zu Veränderungen geführt : die Grundschulen verstehen sich als "verlässlich". Die GR Pulverberg hat den Ganztagsbetrieb eingeführt, die beiden anderen Grundschulen streben dies für die nahe Zukunft ebenfalls an.
Die Schule Helgolander Straße hat sich zu einer sogenannten "Integrierten Stadtteilschule(ISS)" mit Ganztagsunterricht entwickelt. Das Förderzentrum Vegesacker Straße steht einem Ganztagsbetrieb ebenfalls positiv gegenüber.
Hier sind allerdings zunächst die bauliche Erweiterung sowie Sanierung abzuschließen.
Das Bild der Waller Schullandschaft wird abgerundet durch eine große Zahl berufsbildender Schulstandorte, die sich mit ihren Inhalten an SchülerInnen aus der gesamten Stadt wenden.
Hans Peter Mester




